12. Juni 2013
"Hier endet für mich die Diplomatie!"
Mit diesen Worten hat der deutsch-ägyptische Autor Hamed Abdel-Samad die Bundesregierung aufgefordert, ihn vor islamistischen Fanatikern zu schützen. Abdel-Samad ist gestern untergetaucht, nachdem Radikale zu seiner Ermordung aufgerufen hatten.
Der Zeitung "Die Welt" sagte er, es bedrücke ihn, dass weder die ägyptische noch die deutsche Regierung bisher juristische Schritte gegen diese "Hetzer" eingeleitet habe. Normalerweise müssten selbst nach dem ägyptischen Gesetz alle, die einen Mordaufruf erlassen oder verbreiten, sofort verhaftet werden. Dass das bis jetzt nicht geschehen ist, führt Abdel-Samad auf enge Kontakte der Islamisten zu Ägyptens Präsident Mohammed Mursi zurück.
Der 41-jährige Politologe hatte vergangene Woche in Kairo behauptet, der religiöse Faschismus gehe auf den Propheten Mohammed zurück. Die heftigen Reaktionen darauf zeigen aus seiner Sicht, dass das nicht nur eine provante These war. Wörtlich sagte Abdel-Samad: "Wo Rauch ist, ist auch Feuer."
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)