12. Juni 2013
Für viele Russen ist die Zeit der Stalin-Ära noch nicht genügend aufgearbeitet.
Seit Jahren prangern Historiker an, dass viele Archive verschlossen seien. Das soll sich jetzt ändern. Wie der Leiter des russischen Archivdienstes, Andrej Artisow, sagte, werden 60 Jahre nach dem Tod des Diktators Tausende Dokumente im Internet veröffentlicht. Die Freigabe der bislang geheim gehaltenen Papiere solle helfen, die 'komplizierte Phase' in der Geschichte des Landes zu verstehen. Artisow zufolge geht es darum, was Josef Stalin erreicht hat, und um den Preis, den die Menschen dafür hätten zahlen müssen. Er hofft, dass die Erkenntnisse auch in Schulbücher Eingang finden, wenn alle Dokumente digitalisiert sind.
Menschenrechtler kritisieren, Stalins Todeslager - die Gulags - und die massive Verfolgung von Oppositionellen kämen in öffentlichen Debatten nicht vor. Wie viele Opfer es in dieser Zeit gegeben hat, ist nicht bekannt. Schätzungen von Historikern reichen von drei Millionen Toten bis weit über 20 Millionen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)