13. Juni 2013
"Es war mehr ein staatlicher als ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk."
Das sagt der griechische TV-Journalist Tasos Telloglou im Interview mit Deutschlandradio Kultur über den griechischen Rundfunk ERT, der vorgestern abgeschaltet worden war. Telloglou arbeitet für einen privaten Sender. Er meint: Jedem sei klar gewesen, dass Posten nach Parteibuch besetzt wurden, außerdem sei per Telefon Einfluss auf die Berichterstattung genommen worden.
Der Regierungssprecher hatte den Rundfunk vor der Schließung als Beispiel für Verschwendung bezeichnet. Die habe es auch gegeben, meint Journalist Telloglou, wie überall in Griechenland. Andererseits habe ERT aber auch für herausragende Leistungen gestanden wie seine Kultursendungen oder die Berichterstattung zu Olympia 2004.
Ende August soll der Rundfunk mit neuer Struktur starten. Telloglou ist nicht sehr optimistisch: Er glaube nicht, dass die Kultur eines Landes sich innerhalb von zwei Monaten ändern werde. Parteibuchbesetzungen werde es wohl immer noch geben.
Hier kann man das Interview nachhören.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)