14. Juni 2013
Viele Bakterien mutieren im Laufe der Zeit - nicht so der Lepra-Erreger.
Ein Team von Wissenschaftlern aus Tübingen hat nach eigenen Angaben zum ersten Mal das gesamte Erbgut mittelalterlicher Lepra-Bakterien entschlüsselt und festgestellt, dass es sich in den vergangenen Jahrhunderten kaum verändert hat.
Das lasse auch Rückschlüsse auf die Krankheit zu: Ihre Verbreitung hänge vor allem mit den Lebensumständen der Kranken zusammen. Als die Menschen im frühen Mittelalter in immer größeren Siedlungen zusammenlebten, habe Lepra sich ausgebreitet. Als sich später hygienische Standards verbesserten, sei sie eingedämmt worden.
Für die Forschung untersuchten die Wissenschaftler mittelalterliche Skelette und nahmen Proben von heutigen Lepra-Kranken.
An Lepra erkranken immer noch geschätzt 200.000 Menschen im Jahr und leiden unter Verstümmelungen. Die Krankheit ist zwar heilbar - allerdings haben viele oft keinen Zugang zu Medikamenten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)