17. Juni 2013
Egal, welche Ladung in einem Frachtcontainer steckt - die Chance ist groß, dass er auch giftige Gase transportiert.
Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung werden die meisten der weltweit 35 Millionen Frachtcontainer regelmäßig mit Schädlingsgiften gefüllt. Eigentlich sollten sich die giftigen Gase bis zum Entladen längst verflüchtigt haben, die Zeitung beschreibt aber andere Erkenntnisse des Hamburger Amts für Arbeitsschutz. Demnach klagen Hafenarbeiter, die Container aus Übersee öffnen, häufig über Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Es gebe auch immer wieder Fälle, in denen Arbeiter langfristig krank würden.
Als eines der gefährlichsten Gifte gilt Brommethan. Es ist farblos, recht leicht zu handhaben und besonders billig. Brommethan schädigt nicht nur alle organischen Organismen, sondern auch die Ozonschicht. Innerhalb der EU ist es seit 2010 verboten, außerhalb darf es aber noch bis 2014 benutzt werden.
Die SZ zitiert einen Experten, der für eine umweltfreundliche und ungiftige Methode der Schädlingsbekämpfung eintritt: man könne zum Beispiel die Holzpaletten in den Containern etwa 30 Minuten lang auf mehr als 56 Grad erhitzen. Das sei allerdings teurer als Giftgas und deshalb bei den Spediteuren nicht besonders beliebt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)