17. Juni 2013

China: Wer sich für die Umwelt einsetzt, verliert

Sich für die Umwelt einsetzen lohnt sich nicht, zumindest nicht für chinesische Lokalpolitiker.

US-amerikanische Wissenschaftler haben zehn Jahre lang beobachtet, welche chinesischen Politiker auf der Karriereleiter nach oben kletterten. Dabei kam heraus, dass sich die Aufstiegschancen der Politiker um acht Prozent verringerte, wenn sie sich für die Umwelt einsetzten. Das liegt daran, dass sich Erfolg in diesem Bereich erst nach Jahren einstelle. Schneller befördert werden die Kollegen, wenn sie sich für die Infrastruktur einsetzen. Wer neue Straßen, Schienen oder Flughäfen baut, fördert das Wirtschaftswachstum und damit die Einnahmen für die Lokalregierungen. Auf solche Fortschritte wird eher Wert gelegt als auf eine saubere Umwelt.

Die chinesische Regierung hat sich zwar vorgenommen, mehr für die Umwelt zu tun. Wie man aber "Erfolg im Umweltschutz" bewertet, ist nicht klar. Und da der direkte Vorgesetzte über eine Beförderung entscheidet, passiert das meist anhand konkreter Ergebnisse.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)