18. Juni 2013

Rumänisches Kulturinstitut ohne Chef

Offiziell geht es um eine Formalie, inoffiziell geht es um Haltung.

Der Chef des staatlichen rumänischen Kulturinstituts ICR, Andrei Marga, ist nach nur zehn Monaten im Amt zurückgetreten. Das Parlament hatte seine Entlassung schon angekündigt - Marga war aber schneller. Das Abgeordnetenhaus hatte einen unvollständigen Tätigkeitsbericht beanstandet.

Der Hauptgrund für die Kritik an Marga liegt aber woanders: Er hatte renommierten Kulturprojekten die Gelder gekappt und stattdessen Einrichtungen des früheren national-kommunistischen Kulturbetriebs gefördert. Das kritisierten Intellektuelle als rückwärtsgewandt. Mehrere prominente Schriftsteller boykottierten deshalb den rumänischen Stand bei der Pariser Buchmesse. In einem öffentlichen Brief hält Marga dagegen: Er habe das Institut zum Besseren verändert", aber mit Bürokratie und Geldmangel zu kämpfen gehabt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)