20. Juni 2013

Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels an Swetlana Alexijewitsch

Ich war noch so klein, als ich an die Front ging, daß ich im Krieg sogar noch gewachsen bin.

Das ist einer der einprägsamen Sätze aus dem Buch über russiche Soldatinnen, den die Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch aufgeschrieben hat. Für ihr literarisches Werk bekommt sie jetzt den Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Alexijewitsch, 1948 im westukrainischen Stanislaw geboren, gilt als Vertreterin der Protokoll-Literatur. Sie interviewt Menschen und verarbeitet deren Erlebnisse in Büchern, Hörspielen oder Theaterstücken. Ihr Schwerpunkt liegt bei der kritischen Aufarbeitung der sowjetischen Nachkriegsgeschichte. Berühmt wurde sie schließlich mit einem Buch über die Erlebnisse der Tschernobyl-Opfer. Ihre kritischen Bücher wurden nach der Amtsübernahme durch Präsident Alexander Lukaschenko 1994 in Weißrussland verboten.

Der Friedenspreis wird im Oktober während der Buchmesse in der Frankfurter Paulskirche verliehen und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)