20. Juni 2013

Jordanische Jugendliche billigen Ehrenmorde

Der Begriff "Ehrenmord" klingt viel zu harmlos für das, was passiert: Mädchen und Frauen werden umgebracht, weil sie aus Sicht der Angehörigen die Familien-Ehre verletzt haben.

In der Zeitschrift "Aggressive Behaviour" haben Wissenschaftler jetzt die Ergebnisse einer Umfrage unter jordanischen Jugendlichen veröffentlicht. Von den über 800 Schülern aus der Hautpstadt Amman befürworten insgesamt über 33 Prozent die Morde. Vor allem Jungen stimmen der Frage zu, ob sie einen Mord zur Wiederherstellung der Familienehre befürworten. Fast die Hälfte von ihnen hat nichts gegen eine solche Tat. Immerhin noch über 22 Prozent der Mädchen sehen das ähnlich. Einen Unterschied macht der Studie zufolge nicht die Religionszugehörigkeit sondern vor allem der Bildungsstand. Die Zustimmung sinkt je höher der Bildungsgrad in der Familie ist, wenn etwa ein Elternteil einen Studienabschluss hat.

In Jordanien wird Mord mit der Todesstrafe geahndet. Wenn es sich dabei aber um einen sogenannten Ehrenmord handelt, können Gerichte die Strafe reduzieren. Von diesen Delikten gibt es laut Amnesty International offiziell rund 20 pro Jahr, die Dunkelziffer ist aber um einiges höher.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)