21. Juni 2013
In der Steinzeit haben die Menschen nicht in erster Linie gejagt, weil sie satt werden mussten, sondern weil es ihnen einen Dopaminkick verschaffte.
Der Suchtmediziner Kurosh Yazdi erklärt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", warum die Steinzeitmenschen trotz Dopamin nicht süchtig nach der Jagd wurden: Es war schlicht zu mühsam. In der heutigen Gesellschaft sei hingegen alles sofort verfügbar, deswegen steige vor allem die Zahl der Kaufsüchtigen. Besonders Kinder sieht Yazdi als gefährdet: Eltern kennen sich zwar mit Drogen aus, vor Kaufsucht warne aber keiner.
Generell gelte: Vor einer Sucht sei niemand gefeit, es gebe aber anfälligere Menschen. Wer unzufrieden sei, neige eher dazu sich kurzfristig glücklich zu machen. Dabei verfallen Männer eher dem Glücksspiel, Frauen der Kaufsucht. Ausnahme sei England, dort gebe es viele Bingosüchtige Rentnerinnen, die am Monatsanfang ihre Pension durchbringen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)