21. Juni 2013

Parteienforscher kritisiert Berichterstattung über Wahlumfragen

Die meisten Medien gehen mit Wahlumfragen bewusst fahrlässig um.

Das sagt der Mainzer Parteienforscher Jürgen Falter. Er kritisiert in einem Gespräch mit der "Deutschen Presse-Agentur", dass viele Medien oft schon kleine Veränderungen im Prozentbereich als Sensationsergebnis verkaufen. Tatsächlich handele es sich aber meistens einfach um Zufallsschwankungen.

Dass es Unterschiede zwischen den Ergebnissen verschiedener Umfrage-Institute gibt, liegt laut Falter daran, dass sie verschiedene Verfahren verwenden. Zum Beispiel erreichen die Forscher bei Befragungen per Festnetztelefon überdurchschnittlich viele Witwen und Heimarbeiter und nur wenige Fernfahrer oder andere Menschen, die viel unterwegs sind.

Falter fordert: Das muss bei der Gewichtung der Daten berücksichtigt werden. Er sagt, dass das nicht nur mit Wissenschaft zu tun hat. Umfragen seien immer auch ein bisschen Kunst.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)