24. Juni 2013
"Der Tod eines Armen schockiert in Brasilien keinen."
Das glaubt der Rapper Emicida, der eigentlich Leandro Roque de Oliveira heißt. Er stammt aus den Armenvierteln von Sao Paulo und ist vor allem in den Favelas beliebt. Er sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Anfang des Jahres seien in Sao Paulo mehr als 100 Jugendliche getötet worden. Die meisten von ihnen seien Schwarze gewesen. Es gebe Videos, die zeigten, dass Polizisten die Morde begangen hätten oder geschehen ließen. Damals seien aber nicht tausende Menschen auf die Straße gegangen.
Dass jetzt in Brasilien so viele Leute demonstrieren, liegt laut Emicida an einer großen Unzufriedenheit - und daran, dass Polizisten bei den ersten Protesten Menschen aus der Mittelklasse geschlagen haben. Deshalb hätten sich alle aufgeregt, dass die Polizei gewalttätig sei. In den Favelas sei sie das aber immer.
Um die Proteste in Brasilien geht es auch in unserem heutigen Tagesthema hier bei DRadio Wissen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)