24. Juni 2013

Japaner haben laut Analyse keine Antwort auf demografischen Wandel

Niedrige Geburtenraten, eine immer älter werdende Bevölkerung, Mangel an jungen Fachkräften - das kennt man aus Deutschland, das trifft aber auch auf Japan zu.

Anders als Deutschland hat Japan aber bisher nicht ausreichend auf die Veränderungen der Alterspyramide reagiert. Das stellen zwei Wissenschaftler in einem Diskussionspapier des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung fest. In Japan gebe es so gut wie keine Zuwanderer und auch keinerlei politische Konzepte für Zuwanderung. Die Autoren rechnen aus: Wenn das so bleibt, droht bis zum Ende des Jahrhunderts ein Bevölkerungsrückgang um zwei Drittel.

In dem Beitrag kritisieren sie auch die Familienpolitik Japans als wirkungslos. Die Gesellschaft erwarte von Frauen immer noch, dass sie ihre Arbeit aufgeben, wenn Kinder kommen. Nach Meinung der Autoren bleibt den Japanern die Wahl zwischen zwei Krisen: einer dauerhaften Wirtschaftskrise durch die Überalterung oder einer Identitätskrise, wenn sich das Land für Zuwanderer öffnet.

Das Diskussionspapier ist als pdf verfügbar.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)