25. Juni 2013

Glasklar: Das ist ein Spießer

In unserem Tagesthema geht es unter anderem um Datenspießer, sozusagen den Spießbürger im Netz. In unserer Rubrik "Glasklar" schauen wir, was ein "Spießer" ist.

Das Bild des Spießers ist oft der Rasenmähende in der Reihenhausparzelle hinterm Jägerzaun. Per Definition im Duden ist er engstirniger Mensch, der sich an den Konventionen der Gesellschaft und dem Urteil der anderen orientiert. Der Begriff ist aber viel diskutiert: Es gibt die Meinung, dass auch der ewig Unangepasste am Ende ein Spießer sein kann - also auch der Punk in seiner Clique. Geschrieben wird auch oft vom Öko-Spießer in Berlin, Prenzlauer Berg, der zwar alles anders macht, aber andere Lebensweisen nicht akzeptiert.

Die Bezeichnung des Spießbürgers hat tatsächlich mit Spießen zu tun: mit Spießwaffen, mit denen einfache Bürger im Mittelalter ihre Städte verteidigten. Der Spießbürger war dadurch lange ein positiver Begriff. Als Schusswaffen aufkamen, waren Spieße überholt und auch die Bürger mit diesen Waffen galten als veraltet. In der Studentensprache wurde der Spieß- am Ende dann zum Kleinbürger.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)