28. Juni 2013

Spruchreif: Sartre über die Komplexität des Fußballspiels

In unserer Rubrik "Spruchreif" geht es heute, passend zum Tagesthema, um die schönste Nebensache der Welt.

Schon der französische Philosoph Jean-Paul Sartre wusste:

"Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft."

Der 1905 geborene Sartre war einer der Hauptvertreter des französischen Existenzialismus. Seine grundlegenden Thesen legte er in der Schrift "Das Sein und das Nichts" dar, die 1943 unter deutscher Besatzung in Paris erschien. Danach muss sich der Mensch selbst darum mühen, seinem Leben einen Sinn zu geben. Daneben schrieb Sartre auch Dramen, Romane und Filmskripte. Zum Fußball hatten sowohl Sartre als auch sein philosophischer Gegenspieler Albert Camus ein besonderes Verhältnis: Camus meinte, er verdanke der Sportart alles, was er über Moral und menschliche Verpflichtungen wisse. Sartre dagegen soll sich heimlich zurückgezogen haben, um Fußballspiele zu schauen. Dennoch war er so populär wie kaum ein anderer französischer Intellektueller nach dem Zweiten Weltkrieg. Als er 1980 starb, folgten rund 50.000 Menschen seinem Sarg.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)