1. Juli 2013

US-Journalist Bamford: Wer Google-Suchprotokolle liest, kann Gedanken lesen

Wenn wir im Netz etwas suchen, dann werden unsere Finger zu einer Verlängerung unseres Gehirns.

Das sagt der US-amerikanische Journalist James Bamford, der sich seit Anfang der 80er-Jahre mit der NSA beschäftigt, im Interview mit der "tageszeitung". Es gebe Dinge, die würde man niemanden anvertrauen, aber sie bewegten einen so sehr, dass man im Internet nach Antworten sucht. Wer diese Google-Suchprotokolle hat, der habe die Gedanken der Menschen, meint Bamford. Und das sei gefährlich bei einem mächtigen Apparat wie der NSA. Mittlerweile habe man eine Situation wie von Franz Kafka beschrieben: Eine mächtige Behörde, Gesetze mit vielen Schlupflöchern, einen Kongress, der sich raushält, und ein streng geheimes Gericht, das die NSA ermächtigt, Telefondaten zu speichern. Nur eines sei unklar: Wie Edward Snowden es geschafft habe, Daten aus der geheimsten Behörde der Welt rauszuschmuggeln.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)