2. Juli 2013

Wortschatz: Deshalb heißt es "kasteien"

In der Rubrik "Wortschatz" schauen wir uns die Herkunft eines Wortes an. Heute klären wir, woher das Verb "kasteien" kommt.

Kasteien heißt "strenge Selbstzucht üben, sich als religiöse Buße Schmerzen auferlegen". Das Wort wurde aus der Kirchensprache übernommen, als sich das römische Christentum ausbreitete. Das mittelhochdeutsche "kastigen" und das althochdeutsche "chestigon" stammen also vom lateinischen "castigare" ab, das heißt "strafen, zurechtweisen, züchtigen". Die eigentliche Bedeutung war "jemanden zu einer keuschen Lebensweise anhalten". Zum Verb "castigare" gehörte das Adjektiv "castus", das "rein, keusch" hieß. Die heutige Form "kasteien" setzte Luther durch. Verwandt ist das Wort übrigens auch mit der Kaste, den Ständen in Indien.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)