2. Juli 2013

Ehemalige Atomtest können Elefantenwilderei aufdecken

Was hat Elefantenwilderei mit Atombombentests zu tun?

Offenbar eine ganze Menge: Im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" schreiben Wissenschaftler die Tests in den 1950er und 1960er Jahren hätten eine überraschend positive Folge - sie könnten heute helfen herauszubekommen, ob Elfenbein legalen oder illegalen Ursprungs ist. Bei den Nukleartest entstanden nämlich auch große Mengen eines bestimmten Kohlenstoffisotops. Dieses haben wiederum Pflanzen und Tiere aufgenommen - auch Elefanten. Ein Spezialverfahren kann bestimmen, wie viel des radioaktiven Kohlenstoffisotops noch in den Stoßzähnen der Elefanten vorhanden ist, denn es lässt mit der Zeit nach. Und bei den Tieren ergibt sich den Forschern zufolge dann ein charakteristisches Muster: Denn die Stoßzähne bauen sich Schicht für Schicht auf.

Die Wissenschaftler meinen, daran lasse sich recht exakt sagen, wann der Elefant gestorben sei - ob vor oder nach dem vor rund 25 Jahren ausgesprochenen internationalen Verbot der Jagd auf Elfenbein. Die Methode sei für Regierungen kostengünstig. Die Forscher hoffen, sie könne helfen, Wilderei und illegalen Handel zu begrenzen.

Die Nachfrage nach Elfenbein ist laut einem Bericht der Convention on International Trade in Endangered Species heutzutage so groß wie nie. 2011 sei mit weltweit 39.000 Kilogramm beschlagnahmtem illegalen Elfenbeins ein neuer Rekord erreicht worden. Hauptabnehmer seien China und die USA.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)