3. Juli 2013
Traurig, aber wahr: Männer wissen im Durchschnitt offenbar mehr über Politik als Frauen.
Das ist das Ergebnis eines internationalen Forschungsteams. In zehn Ländern (Australien, Griechenland, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Korea, Norwegen und die USA) haben sie Männer und Frauen befragt - unter anderem zu ihrem Wissen über regionale und internationale Nachrichten, das politische Geschehen in ihrem jeweiligen Land und über ihren Medienkonsum. Das Ergebnis nennen die Forscher selbst überraschend - die Wissenslücke zwischen den Geschlechtern sei in jedem Land vorhanden. Den Wissenschaftlern zufolge konsumieren Männer in der Regel mehr Nachrichten als Frauen. Das sei möglicherweise eine Ursache für den unterschiedlichen Wissensstand.
Über die weiteren Gründe stellen die Forscher Vermutungen an: So wären Frauen in den TV-Nachrichten unterrepräsentiert - nur in 30 Prozent der Geschichten würden sie zitiert oder interviewt. Das könne für Frauen abschreckend wirken. Zudem hätten viele Frauen weniger Freizeit als Männer, weil sie zum Beispiel immer noch mehr unbezahlte Arbeit im Haushalt übernähmen.
Die jetzige Studie basiert auf Erkenntnissen der Studie "Media System, Political Context and Informed Citizenship: A Comparative Study". Daran hatten teilweise die gleichen Wissenschaftler gearbeitet wie an der aktuellen Untersuchung.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)