3. Juli 2013
Eine Karikatur hat die Aufgabe, gewisse Dinge auch mal zu überzeichnen.
Für das Simon-Wiesenthal-Zentrum geht eine Karikatur in der "Süddeutschen Zeitung" zu weit. Die jüdische Nichtregierungsorganisation sieht darin Antisemitismus. Die Zeitung hatte gestern einen Artikel über zwei Israel-Bücher mit einer Zeichnung illustriert, auf der ein monsterähnliches Wesen zu sehen ist. Das hält Messer und Gabel in der Hand und bekommt ein Tablett mit Essen serviert. In der Bildunterschrift heißt es, Israels Feinde hielten das Land für einen gefräßigen Moloch.
Aus Sicht des Simon-Wiesenthal-Zentrums überschreitet die Darstellung des Staates Israel als Monster die Grenzen legitimer Kritik. Es werde damit ein "klassisches antisemitisches Mittel" genutzt. Die "Süddeutsche Zeitung" verteidigt die Karikatur: Als Monster werde Israel nur von seinen Feinden gesehen. Auch der Antisemitismus-Vorwurf wird zurückgewiesen: Der Staat Israel sei nicht mit dem Judentum gleichzusetzen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)