3. Juli 2013
Trotz Welterbestatus kommt die Abrissbirne in den Stadtkern von Prag.
In der tschechischen Hauptstadt soll ein Neorenaissance-Gebäude abgerissen werden, um Platz für einen Neubau zu schaffen. Das hat Kulturministerin Alena Hanakova entschieden, obwohl sie nach dem Sturz der konservativen Regierung nur noch wenige Tage kommissarisch im Amt ist. Nach Angaben ihrer Sprecherin hätten sonst Schadensersatzforderungen des Investors in Millionenhöhe gedroht.
Eine Prager Bürgerinitiative warnt, dies sei ein Präzedenzfall, der Immobilienspekulanten in der denkmalgeschützten Stadtzone Vorschub leiste. Gegen den Abriss des Gebäudes von 1880 hatte auch der inzwischen gestorbene Ex-Präsident Vaclav Havel protestiert. Er nannte den geplanten Neubau aus Glas und Stahl ein architektonisches "Monstrum".
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)