4. Juli 2013

Medizinhistoriker: autoritäres DDR-Regime schuf Voraussetzung für Medikamententests

Noch ist das ganze Ausmaß der Medikamententests in der DDR nicht untersucht.

Das Bundesinnenministerium will aufklären, wie die westlichen Pharmafirmen damals vorgegangen und wie viele Menschen betroffen sind. An mehr als 50 DDR-Kliniken sollen seit den 60er Jahren unter anderem Herzmedikamente und Antidepressiva getestet worden sein, ohne dass die Patienten überhaupt davon wussten. So hatte es "Der Spiegel" berichtet.

Der Medizinhistoriker Volker Hess erforscht all das im Auftrag des Ministeriums. Er sagte der Zeitung "Die Welt", dass es in der DDR zwar striktere Vorgaben für Medikamententests gegeben hat als im Westen. Trotzdem seien die Voraussetzungen für Pharmafirmen wohl ideal gewesen. Denn das autoritäre Regime in der DDR ordnete die Tests an, führte sie durch und machte auch gleich die Kontrollen.

Die westlichen Firmen bezahlten direkt an den Staat. Und die beteiligten Ärzte genossen Vorteile, zum Beispiel durften sie in den Westen reisen, oder bekamen Materialien und Geräte von dort.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)