8. Juli 2013
Das erinnert an Sandkastenspiele im akademischen Kindergarten.
So bezeichnet "Cicero"-Redakteur Alexander Kissler die neue Gender-Sprache an deutschen Universitäten. Die Unis Leipzig und Potsdam benutzen seit kurzem nur noch weibliche Bezeichnungen in ihren Geschäftsordnungen. Im Interview mit dem "Deutschlandfunk" sagte Kissler, bei diesen neuen Regelungen stelle sich die Frage nach einer Vergewaltigung der Sprache. Es werde ein falscher Eindruck vermittelt: als hätten Männer die Sprache über Jahrhunderte genutzt, um Frauen zu knechten - jetzt müsse eine Retourkutsche her. Dagegen wehrte sich die Arbeitspsychologin Doris Fay von der Uni Potsdam. Die Regelung beziehe sich ausschließlich auf die Geschäftsordnung. Der Sprachgebrauch im Alltag sei davon nicht betroffen. Die Diskussion geht ihrer Ansicht nach am eigentlichen Problem vorbei - nämlich, dass es zu wenig Frauen in akademischen Leitungspositionen gebe. Man wolle durch die neuen Sprachregeln auch deutlich machen: Frauen sind in der Wissenschaft willkommen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)