9. Juli 2013
Die Mentalität ändert man nicht mit einem Werbespot.Dieser Meinung ist der Direktor der spanischen Nationalen Transplantationsorganisation. Rafael Matesanz sagte der "Tageszeitung", man müsse die Organspende in Deutschland neu gestalten. Dass die Bundesregierung nun versucht mit Informationsbroschüren dafür zu werben, hält er für überflüssig. Stattdessen sollte die Organverteilung staatlich stärker kontrolliert und die Transplantation auf weniger Kliniken verteilt werden. Als Musterbeispiel nannte er sein Heimatland Spanien. Hier seien die Organspendezahlen in der EU am höchsten. In Deutschland habe hingegen seit dem Transplantationsskandal an Unikliniken die Zahl der Spender ein historisches Tief erreicht. Der spanische Facharzt rät, deutsche Ärzte und Krankenhauspersonal intensiver zu schulen, um Angehörige und potenzielle Spender besser zu informieren. Zudem verstünden offenbar immer noch viele Deutsche nicht, dass aufgrund von fehlenden Organen Menschen sterben. Nach Angaben der Deutschen Stiftung für Organtransplantation warten in Deutschland derzeit etwa 12.000 Menschen auf ein neues Organ.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)