9. Juli 2013

Männer im Osten leben durch Wiedervereinigung fast sechs Jahre länger

Der Mauerfall hat den Menschen in Ostdeutschland ein längeres Leben beschert. Ein Soziologe der Uni Rostock hat errechnet: Durch die Wiedervereinigung leben Frauen dort vier Jahre länger, Männer sogar fast sechs Jahre. Am stärksten war die Zunahme bei den damals über 60-Jährigen. Um das herauszufinden, hat der Forscher den Trend der Lebenserwartung in der DDR bis zum Jahr 2009 fortgeführt. Er schreibt: Auch vor dem Mauerfall wurden die Menschen dort zunehmend älter. Vor allem ab den 70er Jahren habe aber nur der Westen große Fortschritte im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten gemacht. In der DDR sei die Gesundheitsversorgung generell darauf ausgerichtet gewesen, Arbeitskraft zu erhalten. Ältere blieben außen vor und mussten außerdem mit mageren Renten auskommen. Deshalb hätten sie einen besonders starken Lebenserwartungs-Schub nach dem Mauerfall erlebt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)