11. Juli 2013

Rückspiegel: Vor 66 Jahren lief das Flüchtlingsschiff "Exodus" Richtung Palästina aus

In unserem "Rückspiegel" werfen wir einen Blick in die Vergangenheit. Heute vor 66 Jahren, am 11. Juli 1947, lief von Frankreich aus ein Schiff mit gut 4.500 jüdischen Flüchtlingen Richtung Palästina aus.Es handelte sich um "displaced persons", also Menschen, die im Zweiten Weltkrieg vertrieben, verschleppt und in Konzentrationslager gebracht wurden. Solche Flüchtlinge durften damals in Palästina nicht einreisen, weil das Gebiet unter britischem Mandat stand. Das Schiff hatte eine paramilitärische Organisation gechartert, die für einen jüdischen Staat kämpfte. Nach einigen Tagen auf See wurde der Dampfer von "President Warfield" in "Exodus" umbenannt. Kurz vor der Ankunft griffen es britische Kriegsschiffe an. Es gab vier Tote und 150 Verletzte. Trotzdem gelangte die "Exodus" nach Haifa. Die Flüchtlinge durften nur kurz an Land und mussten sofort auf drei andere Schiffe gehen. Nach wochenlangem Hin- und Her wurden sie nach Deutschland gebracht, wo sie interniert wurden. Dagegen gab es weltweit Proteste. Dadurch stieg der Druck auf die Briten. Sie gaben ein knappes Jahr später ihr Mandat auf und machten den Weg frei für die Gründung Israels.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)