12. Juli 2013

Antarktis: Glasschwämme reagieren deutlich schneller auf Klimaänderungen

Babyboom im Meer.Forscher haben auf dem Meeresboden nahe der Antarktis eine überraschende Entdeckung gemacht. Antarktische Glasschwämme haben sich in den vergangenen Jahren rasant vermehrt.Glasschwämme gehören zu den ältesten mehrzelligen Lebewesen. Es gibt sie seit ungefähr 600 Millionen Jahren. Sie leben hauptsächlich auf dem Meeresgrund rund um die Antarktis und ernähren sich von Plankton.Über ihre neuen Ergebnisse zu den Glasschwämmen berichten die Biologen des Alfred-Wegener-Instituts im Fachmagazin "Current Biology". Demnach liegt die starke Vermehrung der Glasschwämme am Abbruch und Zerfall von Schelf-Eis. Ohne den dicken Eispanzer konnte in den oberen Wasserschichten Plankton wachsen und als Nahrung zum Meeresboden rieseln. Konsequenz: Die Zahl der Glasschwämme hat sich zwischen 2007 und 2011 verdreifacht. Die Tiere reagieren damit deutlich zügiger auf klimabedingte Veränderungen als angenommen.Für ihre Untersuchung haben die Forscher einen Unterwasserroboter eingesetzt, der den Boden in 140 Metern Tiefe untersuchte.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)