15. Juli 2013
Und nun schauen wir noch ins Lexikon und erklären was "Episches Theater" ist.Dabei handelt es sich um eine vor allem von Bertolt Brecht in den 1920er Jahren entwickelte Form des Theaters. Brecht wollte weg vom Fokus auf die Einzelschicksale der handelnden Figuren. Er wollte das Augenmerk auf größere gesellschaftliche Zusammenhänge lenken. Der Zuschauer sollte nicht mit einer unveränderbaren Wirklichkeit konfrontiert werden, die ihn höchstens emotional berührt und erschüttert. Vielmehr sollte der Zuschauer eine veränderbare Welt sehen und daraus Konsequenzen für das eigene Handeln ziehen. Also weniger Einfühlung und mehr Analyse. Das Theater sollte damit zum Instrument sozialer und politischer Veränderungen werden. Wichtiger Bestandteil der neuen Darstellungsformen war die sogenannte Verfremdung. So wurden zum Beispiel kommentierende Erzähler-Figuren und Songs Teil des Bühnengeschehens. Es gab Spruchbände oder auf den Vorhang projizierte Texte. Auch die Schauspieler sollten eine gewisse Distanz zu ihren Figuren entwickeln. So wurden viele Darsteller oft völlig gegen ihren Typ besetzt. Junge spielten Alte, Frauen Männer und umgekehrt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)