16. Juli 2013

Rückspiegel: Am 16. Juli 1958 verkündete das SED-Regime die zehn Gebote der sozialistischen Moral und Ethik

In unserer Rubrik "Rückspiegel" werfen wir heute einen Blick in die Vergangenheit der DDR. Es geht um die "zehn Gebote". Allerdings nicht die christlichen, sondern die der sozialistischen Moral und Ethik.

Sie wurden heute vor 55 Jahren - am 16. Juli 1958 - von Walter Ulbricht, damals SED-Generalsekretär, auf einem Parteitag verkündet. Er fasste in den Geboten zusammen, was aus seiner Sicht die politischen Pflichten eines DDR-Bürgers sind. Dazu gehörten internationale Solidarität mit der Arbeiterklasse, Liebe zum Vaterland und Schutz von Volkseigentum.

Die Regeln standen im Zusammenhang mit dem Aufstand vom 17. Juni 1953, nach dem sich die Kirchen- und Kulturpolitik der SED verschärfte. Die DDR-Bürger sollten stärkere moralische Leitlinien erhalten - jenseits von Religion. Häufig wurden die "zehn Gebote" bei Jugendweihen verlesen. Das sind Initiationsfeiern für 14-Jährige, die den Eintritt ins Erwachsenenalter markieren sollen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)