22. Juli 2013

Forscher haben Erklärung für Schlammvulkan-Ausbruch auf Java

Ist der Mensch mit seiner Gasbohrung Schuld - oder war es eine Naturkatastrophe?

Seit sieben Jahren spuckt ein Vulkan in Indonesien die ganze Zeit über Schlamm aus. Warum das so ist - darüber streiten die Experten. Ein deutsch-schweizer Forscherteam schreibt jetzt im Fachmagazin "Nature Geoscience", dass die Gasbohrung nicht verantwortlich war, obwohl die Schlammfontäne nur 200 Meter vom Bohrloch entfernt herausschießt. Die Forscher haben den Untergrund analysiert und dabei eine ungewöhnliche Formation entdeckt, die wie ein Verstärker wirkt. Die Schicht unter dem Gebiet des heutigen Schlammvulkans ist nicht eben, sondern schüsselförmig gewölbt. Laut ihrem Computermodell könnte das schwache Erdbebenwellen so konzentriert haben, dass sowohl das Schlammreservoir als auch das Bohrloch aufbrachen.

Im Mai 2006 war auf der Insel Java erstmals die 50 Meter hohe Schlammfontäne aus dem Boden geschossen. Bis heute wirft der Vulkan über zehntausend Kubikmeter Schlamm pro Tag aus. Mehrere Quadratkilometer Land sind bereits damit überdeckt. 30.000 Menschen mussten ihre Dörfer verlassen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)