24. Juli 2013

Internist: Aktuelle Schutzmaßnahmen gegen Krankenhauskeim sind nicht sinnvoll

Da hilft nur Händewaschen.

Dieser Überzeugung ist der Kölner Internist Gerd Fätkenheuer. Zur Sicherheit gegen den Krankenhauskeim MRSA würden in deutschen Krankenhäusern zur Zeit alle eingelieferten Patienten auf den Keim getestet und so lange isoliert, bis sicher ist, dass das Bakterium nicht in sich tragen. Das sei nicht effektiv, schreibt Fätkenheuer in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er beruft sich auf eine amerikanische Studie. Für die untersuchten die Wissenschaftler 74.000 Patienten von 43 Kliniken und stellten fest: Die Infektionrate ist dann am niedrigsten, wenn nicht getestet und isoliert, sondern stattdessen einfach die Hygiene verschärft wird. Die wirksamste Maßnahme: konsequent die Hände desinfizieren.

Fätkenheuer kritisiert außerdem, dass isolierte Patienten schlechter medizinisch versorgt werden. Ärzte und Pfleger kümmerten sich weniger um sie. Und ihre Operationen würden immer wieder verschoben, weil sie an letzter Stelle des Tagesprogramms stünden.

Der Krankenhauskeim MRSA ist deshalb so gefährlich, weil er gegen Standardantibiotika resistent ist.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)