26. Juli 2013

Debatte in der Türkei: Ist Zeigen von Schwangerschaftsbäuchen unästhetisch und unmoralisch?

Die Regenbogen-Presse liebt es ja, über die "Baby-Kugel" von schwangeren Prominenten zu sprechen.

Der türkische Anwalt und Sufist Ömer Tugrul Inançer findet dagegen, schwangere Frauen gehören nicht in Öffentlichkeit - denn ihre dicken Bäuche seien unästhetisch. Schließlich sei der Mutterschutz auch dafür gedacht, dass Schwangere zu Hause blieben und nicht durch die Straßen wanderten. Das sagte er im staatlichen Fernsehen und löste damit in der Türkei eine Debatte aus.

Die türkische Religionsbehörde erklärte, es gebe keinen Grund, schwangere Frauen zu isolieren. Allerdings sollten sie sich so kleiden, dass Bauch und Rücken bedeckt seien.

Aktivisten riefen dazu auf, mit Kissen unter dem T-Shirt für schwangere Frauen zu demonstrieren. Oppositionspolitikerin Aylin Nazliaka kritisierte, in der Türkei wolle man Frauen inzwischen fast alles vorschreiben - von dem, was sie sagen dürften, bis hin zu der Art, Kinder zur Welt zu bringen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)