29. Juli 2013

Stadtentwickler kritisiert Mietpreise in London

Mieten in Großstädten steigen - überall.

Der britische Stadtplaner Michael Edwards meint, dass London besonders stark betroffen ist. In der "taz" vergleicht er die Situation dort mit den Zeiten der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Es gebe in London wieder Fälle, in denen sich Schichtarbeiter ein Zimmer teilen: Der eine schläft nachts, der andere tagsüber. Außerdem würden Garagen illegal als Wohnraum für Einwanderer vermietet. Edwards meint, unter Margaret Thatcher seien in den 80er Jahren alle Regeln zu Mietpreisen und sozialem Wohnungsbau abgeschafft worden. Auf Genossenschaftswohnungen müsse man heute bis zu 15 Jahre warten. Edwards zufolge sind die Mieten im Zentrum Londons quasi unbezahlbar - aber auch Kaufen sei für die meisten zu teuer. Was noch dazukommt: in London laufen fast alle Mietverträge nur ein halbes Jahr, danach muss man ausziehen. Der Stadtplaner meint, langsam formiere sich Widerstand. Es gebe immer mehr Initiativen, die längere Mietverträge und niedrigere Mieten forderten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)