29. Juli 2013

Obdachlosenzeitungen haben mehr als sechs Millionen Leser

Für viele Zeitungen läuft es momentan nicht gut - sie kämpfen mit immer weniger Lesern. Besser geht es da den Straßenzeitungen, die von Obdachlosen verkauft werden.

Die Vorzeige-Straßenzeitung "Biss" aus München berichtet, dass alle Blätter des internationalen Netzwerks der Zeitungen, INSP, bei mehr als sechs Millionen Leser pro Ausgabe haben. "Biss" ist INSP-Gründungsmitglied und hat als älteste deutsche Straßenzeitung eine durchschnittliche Monatsauflage von 38.000 Exemplaren. Das Blatt gilt als deshalb als Vorzeigeobjekt, weil seine Verkäufer fest angestellt sind. Zu ihrem 20-jährigen Bestehen richtet die "Biss" ab heute eine Internationale Straßenzeitungskonferenz aus. Dazu werden in München mehr als 100 Redakteure, Geschäftsführer und Sozialarbeiter aus 30 Ländern erwartet. Sie wollen unter anderem diskutieren, wie sich das Geschäftsmodell der Straßenzeitungen an den digitalen Medienkonsum anpassen lässt.

Dem internationalen Netzwerk der Straßenzeitungen INSP gehören 120 Organisationen aus 41 Ländern an. Straßenzeitungen wurden gegründet, um Obdachlosigkeit und Armut zu bekämpfen. Die Verkäufer kaufen sie selbst zum halben Preis und bestreiten mit dem Verkauf ihren Lebensunterhalt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)