29. Juli 2013

Wirtschaftsforscher kritisiert Kollegen: Aus Geschichte nichts gelernt

Wenn wir aus der Geschichte nichts lernen, müssen wir sie wiederholen.

Das meint der Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister vom Wifo-Institut Wien. In der "Süddeutschen Zeitung" prophezeit er: Wir werden bald in eine mehrjährige Depression rutschen. Schulmeister ist der Ansicht, Wirtschaftswissenschaftler hätten aus der Finanzkrise nichts gelernt - noch immer verfolgten sie alte neoliberale oder keynesianische Theorien. Schulmeister kritisiert, dass Ökonomen - besonders in Deutschland - ihre Theorien auf abstrakte Annahmen stützen und nicht auf Empirie und tatsächliches ökonomisches Verhalten. Dem Wissenschaftler zufolge vertreten viele seiner Kollegen noch die Ansicht, dass man Geld für sich arbeiten lassen kann. Aber: Geld arbeite nicht. Der Kapitalismus müsse sich an realen Bedingungen orientieren und nicht an theoretischen Finanz-Konstrukten, die keinen realen Gegenwert hätten, sondern nur in Staatsverschuldung mündeten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)