31. Juli 2013

Indische Tiger können durch Waldinseln getrennte Lebensräume verbinden

Sie brauchen das Gegenteil von Autobahnen, um sich zu besuchen.

Indischen Tigern reichen offenbar kleine Waldkorridore, um zwischen getrennten Lebensräumen Kontakt zu halten - und für Nachwuchs zu sorgen. Das konnten US-Zoologen jetzt nachweisen. Die Indischen Tiger, auch Bengal-Tiger genannt, haben immer weniger Rückzugsgebiete. Durch die Zerstückelung der ehemals riesigen Waldflächen Indiens ist die Population in 76 Teile aufgespalten worden. Manche dieser Gebiete sind aber durch kleinere Wälder verbunden, und das nutzen die Tiere aus.

Die Forscher untersuchten die Verwandtschaft von 273 Tigern, die in vier getrennten Schutzgebieten in Zentralindien leben, die aber durch Waldkorridore verbunden sind. Es zeigte sich, dass die Tiger genetisch immer noch sehr unterschiedlich sind, obwohl ihre Zahl in den vergangenen 150 Jahren um 90 Prozent zurückging. Insgesamt leben weltweit weniger als 2.500 Bengal-Tiger, die meisten in Indien.

Die Forscher berichten über ihr Projekt in den "Proceedings B" der britischen Royal Society.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)