1. August 2013
Heute ein Plagiat - früher übliche Zitierweise.
Der Züricher Literaturwissenschaftler Philipp Theisohn ist der Meinung, dass man die heutigen Qualitätsstandards nicht eins zu eins auf frühere Zeiten übertragen darf. Der Zeitung "Die Zeit" sagte er, es sei zu bestimmten Zeiten üblich gewesen, Argumente und Quellenzitate zu übernehmen. Ähnliches wird auch Bundestagspräsident Norbert Lammert vorgeworfen. Theisohn hatte nach eigenen Angaben eine Reihe von Doktorarbeiten aus den Jahren 1975 bis 1982 analysiert. Hier habe er immer wieder Sekundärlektüren und Passagen gefunden, in denen Umformulierungen und wörtliche Zitate verschwämmen.
Den Universitäten rät der Wissenschaftler, bei Verdacht auf Plagiat auch andere Arbeiten aus der gleichen Zeit stichpunktartig mitzuprüfen, um herauszufinden, ob die kritisierte Arbeitsweise damals möglicherweise Standard war.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)