1. August 2013
Ist die Wissenschaft käuflich geworden?
Dieser Frage widmet sich die Zeitung "Die Zeit" und beschäftigt sich mit dem wachsenden Einfluss der Wirtschaft in Universtäten und Hochschulen. Der Sozialwissenschaftler Stefan Hornbostel sagte der Zeitung, da die Unis weniger Geld vom Staat erhielten, werde die Abhängigkeit von anderen Geldgebern immer größer. Als absurde Beispiele nennt er gesponsorte Hörsäle, etwa den Aldi-Süd-Hörsaal der Uni Würzburg. Die wissenschaftliche Studie ist der "Zeit" zufolge längst zu einem Produkt geworden, das bei Bedarf gekauft werden kann. Außerdem gebe es mittlerweile mehr als 1000 Stiftungsprofessuren, finanziert von Unternehmen. Eine weitere oft genutzte Kooperation: Unternehmen gründen eines ganzes Instituts, das an die Uni angegliedert ist. Der US-Konzern Google etwa besitze ein Institut an der Humboldt-Universität in Berlin.
Teilweise sei im Wissenschaftssystem ein "akademischer Kapitalismus" entstanden, zitiert die Zeitung den Bamberger Soziologen Richard Münch. Seine Kritik: Dadurch werden Themen, die im Trend liegen, überforscht und andere bleiben links liegen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)