2. August 2013
Adam und Eva gibt es auch in der Forschung.
Gemeint sind damit die Urmenschen, von denen alle heutigen Populationen abstammen. Die Idee ist, dass zwar zur gleichen Zeit auch andere Männer und Frauen lebten, sich letzten Endes aber nur eine Erblinie durchsetzte. Zu der gehören alle heute lebenden Menschen. Um die Ureltern zu finden, haben europäische und US-Forscher das Genmaterial von über 1.000 Sarden untersucht. Speziell ging es ihnen dabei um das Erbgut, das nur von der Mutter an die Tochter und vom Vater an den Sohn weitervererbt wird. Bei den Frauen ist es die DNA in den Mitochondrien, die in jeder Zelle vorkommen. Bei den Männern ist es das Y-Chromosom.
Man geht davon aus, dass sich dieses Erbgut im Laufe der Jahre verändert. Dadurch lässt sich bestimmen, wann der letzte gemeinsame Vorfahr gelebt haben muss. Das Ergebnis: Adam und Eva lebten vor 100.000 bis 200.000 Jahren. Das heißt übrigens nicht, dass die beiden sich gekannt haben müssen. Wahrscheinlich haben sie ihre Merkmale unabhängig voneinander an ihre Nachfahren weitergegeben.
Die Ergebnisse sind als zwei Studien im Fachblatt "Science" erschienen. [Low-Pass DNA Sequencing of 1200 Sardinians Reconstructs European Y-Chromosome Phylogeny |http://www.sciencemag.org/content/341/6145/565.abstract] [Sequencing Y Chromosomes Resolves Discrepancy in Time to Common Ancestor of Males Versus Females |http://www.sciencemag.org/content/341/6145/562.abstract]
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)