2. August 2013
Früher war Lesen etwas Intimes - heute wissen Verlage sogar, welche Stellen man sich im Buch markiert hat.
Das gilt zumindest für E-Books. Das "Süddeutsche Zeitung Magazin" schreibt, dass die elektronischen Lesegeräte erkennen können, wie lange man für ein Kapitel braucht, wann man Band Zwei und Drei kauft, und natürlich auch, an welchen Stellen man keine Lust mehr zum Lesen hatte. Das seien ganz neue Einblicke in das bisher rätselhafte Verhalten des Lesers. Über Fernsehzuschauer wisse man schon genau, wann sie umschalten; Kinofilme und neue Zeitschriftentitel würden vor ihrem Erscheinen an möglichen Zielgruppen getestet. Nur bei Büchern sei man im Dunkeln getappt.
Das "SZ-Magazin" nennt das Beispiel eines US-Verlags, der die Textmarkierungen von E-Book-Lesern auch inhaltlich auswertet. Anhand der beliebtesten Protagonisten und Szenen stricke ein Autorenteam dann neue Geschichten - die beste Literatur sei das aber nicht.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)