4. August 2013
Hamburg hat mit einer Gedenkveranstaltung an die Luftangriffe des "Feuersturms" von 1943 erinnert.
Der Erste Bürgermeister Olaf Scholz sagte, eine gemeinsame Würdigung der Opfer unterstütze auch die Versöhnung ehemals verfeindeter Nationen.
Vor 70 Jahren hatten die Briten Hamburg mit Brandbomben aus der Luft angegriffen. Weil im Sommer 1943 das Wetter sehr heiß war, wurden die Brände zusätzlich angefacht - es entstand der sogenannte "Feuersturm" mit orkanartigen Winden und bis zu 1.000 Grad. Mehr als 35.000 Hamburger wurden getötet und fast eine Million Menschen obdachlos.
Der Angriff war Teil der britischen Strategie, die Bevölkerung mürbe zu machen, um das NS-Regime zu destabilisieren. Laut dem Oldenburger Historiker Malte Thießen hätte das auch fast funktioniert - allerdings eben nur fast. Die Nazis hätten es schließlich mit einer Propaganda-Offensive doch geschafft, die Bevölkerung auf Zusammenhalt einzustimmen.
Das Gedenken an die Luftangriffs-Opfer von Hamburg verläuft normalerweise weniger aufgeregt als das Gedenken in Dresden. Historiker Thießen begründet das damit, dass in Hamburg die NS- und DDR-Propaganda weniger nachwirke, die die Luftangriffe der Westalliierten in Dresden als Kriegsverbrechen ansahen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)