5. August 2013

Bindungsforscher erklärt , warum "Mutti" (Angela Merkel) wiedergewählt wird

In knapp sieben Wochen ist Wahl.

Der Psychotherapeut Tilmann Moser schreibt in der "Süddeutschen Zeitung": Es spricht viel dafür, dass Angela Merkel Kanzlerin bleiben wird. Und er erklärt das mithilfe von Psychoanalyse und Bindungsforschung. Demnach füllt Merkel das Bild ihres Spitznamens "Mutti" im Unterbewusstsein eines großen Teils der Bevölkerung aus. Sie habe die guten und die harten Züge einer alleinerziehenden Mutter, die ihren Mann stehe, auch wenn die Kinder mal Probleme machten.

Psychoanalytisch gesehen übertragen die Wähler einen kindlichen Wunsch nach Geborgenheit auf die Kanzlerin - Motto: "Mutti wird es schon richten", gerade in einer Zeit, in der keine Ideologie oder Religion mehr eindeutige Antworten verspricht. Moser schreibt, dieser Bindungs-Mechanismus spiele eine wichtigere Rolle als Inhalte der Politik. Deswegen ignorierten Merkels Wähler auch Kritik von Medien und Opposition. Wenn sie überraschende Wendungen vollziehe, werde das eher als Fähigkeit gewertet, Fehler einzusehen. Kinder verteidigten ihre Eltern schließlich auch immer.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)