5. August 2013

Frauen-Einfluss bei Neonazis häufig unterschätzt

Im NSU-Prozess hat ein Nachbar Beate Zschäpe als liebe, gute Nachbarin beschrieben - offenbar ist das eine typische Frauenrolle in der Neonazi-Szene.

Die Thüringer Landtagsabgeordnete Astrid Rothe-Beinlich sagte der Deutschen Presse Agentur, es stelle sich die provokante Frage: Hätten die beiden Männer des NSU ohne Beate Zschäpe so lange unerkannt bleiben können?

Die Politikerin meint, dass Frauen den Anschein von Normalität erweckten, weil Rechtsextremismus zu unrecht häufig noch als Männerdomäne gelte.

Auch die Politikwissenschaftlerin Renate Bitzan sagt, dass die rechte Frau, die nach außen ein freundliches Image pflegt und im Hintergrund agiert, kein Einzelfall sei. Für Frauen gebe es in der rechten Szene viel zu tun: Ihren Recherchen zufolge pflegen die Frauen soziale Kontakte, organisieren Kinderfeste und Hausaufgabenhilfe oder entwerfen Flyer.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)