5. August 2013
Das Ziel des Arabischen Frühlings ist die Schaffung einer modernen Zivilgesellschaft.
Das sagt der syrische Philosoph Sadik al-Azm in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er ergänzt, dass es schon seit den 70er Jahren in einigen arabischen Staaten eine Debatte über die Zivilgesellschaft gibt. Al-Azm analysiert in seinem Text, wie der Begriff in der arabischen Welt verstanden wird. Demnach spricht man dort lieber von "Zivilgesellschaft" als von "Säkularismus", weil "Säkularismus" immer als Ablehnung von Religion negativ verstanden werde.
Laut al-Azm springen derzeit auch die Islamisten auf die Debatte auf. Sie würden dabei aber fälschlicherweise "Zivilgesellschaft" mit einem anderen Begriff gleichsetzen: nämlich mit der "Ahli-Gesellschaft". "Ahli" ist das arabische Wort für "Angehöriger einer Gruppe". Und genau diese Zugehörigkeiten zu einem Stamm, einer Ethnie oder einer Religion machten eine altmodische Gesellschaftsform aus, die sich erst noch zu einer echten Zivilgesellschaft weiterentwickeln müsse.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)