5. August 2013
Schuld sind nicht nur die Sommerferien.
Zwei Wissenschaftler erklären in der "tageszeitung", warum die Proteste gegen die großflächige US-Überwachung so gering ausfallen. Natürlich seien einige, die sonst demonstrieren gehen würden, gerade im Urlaub. Aber außerdem sei der Bespitzelungsskandal so abstrakt und diffus, dass man keine klare Opfergruppe und auch keinen klaren Gegner ausmachen könne. Wenn klar würde, dass manche Menschen durch die Überwachung konkrete Nachteile hätten, wäre die Empörung größer - glauben die Forscher. Und solange nicht sicher sei, wie weit die Bundesregierung in die Überwachung verstrickt ist, sei es wenig sinnvoll, gegen sie zu demonstrieren. Ohnehin könnten deutsche Politiker in den USA wenig ausrichten.
Die beiden Forscher sehen auch bisher keine zentralen Akteure, die die Proteste anführen könnten - anders als zum Beispiel die großen Institutionen in der Umweltbewegung. Die politischen Parteien hätten es versäumt, auf das Thema aufzuspringen - Datenschutz spiele eigentlich nur bei den Piraten eine Rolle, aber die seien im Moment zu sehr mit sich selbst beschäftigt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)