5. August 2013

Norwegisches Wörterbuch verzichtet künftig auf politisch unkorrekte Begriffe

In Norwegen sorgt die Neuauflage eines Wörterbuchs für Diskussionen.

Darin sollen Wörter wie "Negerarbeit" oder "Buschmann" gestrichen werden, weil sie altmodisch und politisch unkorrekt seien. Ganz konsequent sind die Streichungen nicht - manche strittigen Wörter sollen im Wörterbuch bleiben und gegebenfalls mit Erklärungen versehen werden. Zum Beispiel "Neger".

Kritiker finden, die Wörterstreichungen seien ein Unding. So könne man die Begriffe künftig nicht mehr nachschlagen, um zu verstehen, was sie bedeuten. Das sei eine Form von Sprachwäsche, die das kulturelle Erbe untergrabe und außerdem zwischen "guter" und "schlechter" Sprache trenne.

Im neuen Wörterbuch sollen auch Definitionen aktualisiert werden - so soll "Ehe" künftig nicht mehr erklärt werden als Zusammenleben "zwischen Mann und Frau", sondern "zwischen zwei Personen".

In Norwegen existieren zwei Schriftsprachen, das ältere "Bokmål" und das jüngere "Nynorsk". In Zukunft ist auch eine Überarbeitung des Bokmål-Wörterbuchs geplant.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)