6. August 2013

Bolivien: Weniger Einwohner nennen sich "Indigene"

Bolivien gilt als stark indigen geprägtes Land - seit 2005 regiert mit Evo Morales dort auch ein Indígena-Präsident.

Bei der jüngsten Volkszählung 2012 ist der Anteil der Bolivianer stark gesunken, die sich als Indigene bezeichnen. Im Vergleich zu 2001 fiel er von rund 61 auf 41 Prozent. Die entwicklungspolitische Stiftung "Jubileo" nannte den Rückgang erstaunlich und beunruhigend. Ein möglicher Grund könne darin liegen, dass sich viele Indigene von der Politik von Morales distanzieren wollen. Eine andere Möglichkeit sei, dass sich viele Bolivianer nicht als Indigene einstuften, sondern als Mestizen, also Kinder von Eltern aus verschiedenen Volksgruppen. Das Thema wurde vor der Volkszählung 2012 diskutiert, mit der Frage, ob Mestizen als eigene Volksgruppe gelten sollten. Der Fragebogen sah dann aber nur "indigen" oder "nicht indigen" vor.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)