6. August 2013
Magersucht und Autismus hängen möglicherweise viel enger zusammen als bisher angenommen.
Das jedenfalls glaubt der Autismus-Experte der Universität Cambridge, nachdem sein Team magersüchtige Mädchen getestet hat. Die häufigsten Probleme von Autisten werden in drei große Bereiche eingeteilt: eingeschränkte soziale Fähigkeiten, Zwangshandlungen und Kommunikationsstörungen. Das Team der Uni Cambridge hat insgesamt 66 magersüchtige Mädchen im Alter zwischen 12 und 18 auf diese Symptome hin untersucht und die Ergebnisse mit Gleichaltrigen abgeglichen.
Dabei kam heraus, dass die Mädchen mit Magersucht deutlich öfter Autismus-Züge zeigten als die Vergleichsgruppe. So kontrollieren sie zwanghaft, wieviel sie zu sich nehmen und wie sich ihr Gewicht und ihre Figur verändern. Die Forscher plädieren deshalb dafür, Magersucht nicht nur als eine Essstörung zu sehen, sondern auch als eine Form von Autismus. Das würde der Therapie neue Möglichkeiten eröffnen.
Autismus wird weit häufiger bei Jungen diagnostiziert, während Anorexie, also Magersucht meist Mädchen betrifft.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)