8. August 2013
Ein Virus wird im Labor verändert und zu einer tödlichen Waffe heran gezüchtet.
Was sich anhört wie der Stoff für einen Endzeit-Film, könnte nach der Forderung von Virologen tatsächlich passieren. Allerdings nicht um das Virus als Waffe einzusetzen, sondern um es besser zu erforschen und so die Menschheit zu schützen. Es geht um das Vogelgrippevirus H7N9. Laut der Weltgesundheitsorganisation sind seit März über 40 Menschen an dem Erreger gestorben. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch gilt als möglich.
Zwei Forscher aus den Niederlanden und den USA wollen im Labor Mutationen des Virus testen und es so noch aggressiver machen. In einem offenen Brief im Fachmagazin "Nature" argumentieren sie, dadurch könnten neue Impfstoffe entwickelt und die Gefahren eines neuen Ausbruchs besser studiert werden. Kritiker warnen allerdings davor, dass das Virus in falsche Hände geraten könnte. Außerdem sei nicht vorhersehbar, wie sich das Virus tatsächlich verändere.
Die Debatte ist bereits von Forschungsprojekten an einem anderen Vogelgrippe-Typ, H5N1, bekannt. 40 Forscher hatten für ein Jahr freiwillig ihre Arbeiten daran gestoppt, bis die Sicherheit in den Laboren verbessert worden war.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)