8. August 2013

Slum-Tourismus macht Bewohnern eher wenig aus

Ob hinter Slum-Tourismus echtes Interesse an den Menschen steckt oder ob es eigentlich um Voyeurismus geht, das ist je nach Tourist verschieden.

Und deshalb will der Geograf Malte Steinbrink von der Uni Osnabrück auch keine Empfehlung abgeben, ob man an touristischen Ausflügen in Slums teilnehmen sollte oder nicht. Im Interview hier bei DRadio Wissen sagte er, dass es den meisten Bewohnern nichts ausmache, wenn Touristen in ihr Viertel kämen. Manchen sei es egal, andere wunderten sich bloß oder seien sogar stolz. Problematisch sei es aber, wenn die Städte ihre Armenviertel extra aufhübschten und so die Bewohner verdrängt werden, oder wenn durch massives Fotografieren die Privatsphäre der Menschen verletzt werde.

Touristen, die an solchen Ausflügen teilnehmen, sollten aber nicht glauben, dass dadurch Armut bekämpft wird, meint Steinbrink. Die Bewohner hätten meist wenig davon, außer wenn ein Teil des Geldes zum Beispiel in soziale Projekte fließt.

Hier gibt's das ganze Interview zum Anhören.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)